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Petercol_Mirjana Mirjana Petercol, Dozentin für Akkordeon und Bewegungslehre

Die Person des Monats

Mirjana Petercol, Dozentin für Akkordeon und Bewegungslehre, feierte ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Im Interview mit Akademiedirektor Dr. Peter Gries hält sie Rückschau und Ausschau.


Liebe Frau Petercol, 2017 feierten Sie Ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Nun haben Sie Ihr Berufsleben nicht nur als Dozentin der Musikakademie verbracht - welche anderen Stationen Ihres beruflichen Werdegangs gab es?

Die letzten 25 Jahre war ich als Dozentin an den Musikakademien in Wiesbaden und Kassel sowie als Instrumentallehrerin an der Kunst- und Musikschule in Bielefeld tätig. Aber auch davor habe ich – zunächst in meiner kroatischen Heimat - Akkordeon und Klavier unterrichtet. Und natürlich habe ich dies auch während meines Musikstudiums an der Musikhochschule Hannover getan. Eigentlich lehre ich seit über 35 Jahren - und das immer noch sehr gerne. Ich glaube an diesen Beruf, weil er zwei Komponenten, die ich sehr mag, vereint, nämlich die Musik und die Menschen .

Das Akkordeon war wohl in musikalischer Hinsicht Ihre erste große Liebe. War es eine auf ersten Blick? Wissen Sie noch, wann und wie der Klang des Instruments Sie in seinen Bann zog?

Das Akkordeon ist sehr präsent im mediterranem Raum. Dort genießt es große Popularität und Wertschätzung. Vielleicht weil es der menschliche Stimme so ähnelt? Als die Musikschule in meiner Geburtsstadt neugegründet wurde, habe ich dort als 6-jährige mit Akkordeon- und Klavierunterricht  begonnen. Später habe ich auch die weiterführende Musikschule (Konservatorium) mit beiden Hauptfächern absolviert, aber der Klang des Akkordeons blieb mir einfach vertrauter.


Das Akkordeon heute ist wohl eines der beliebtesten Instrumente. Im Jazz, im Tango oder in der zeitgenössischen Musik ist es in den unterschiedlichen Besetzungen zu finden. Wo fühlen Sie sich, musikalisch gesehen, am ehesten zu Hause?

Persönlich empfinde ich ein Instrument immer "nur" als Mittel, um sich musikalisch auszudrücken zu können. Das Akkordeon mit all seinen Facetten stellte für mich immer das bestmögliche Instrument dar. Ich fühle mich am ehesten in der zeitgenössischen Musik zu Hause, weil hier der Akkordeonklang besonders viel eingesetzt und gefordert wird. Aber auch die Stilrichtungen des Tango und der Musette sind mir gut vertraut. Ich spiele auch weitere Tasteninstrumente  (Portativ, Orgel). Darauf kann ich die Musik des Mittelalters, des Barocks und Romantik stilsicher darbieten.

Als Musikerin und Musikpädagogin sind Sie äußerst vielseitig - unter anderem unterrichten Sie ja auch das Fach „Bewegungslehre“. Wie kam es dazu?

Ich nahm während meiner Schulzeit auch an einem Schulwettbewerb im Fach Biologie teil und überlegte tatsächlich, ob ich nicht Medizin studieren solle. Dann überwog (glücklicherweise) die Liebe zu Musik und ich kam nach Hannover an die Musikhochschule zum Akkordeonstudium. Diese besondere Musikhochschule hatte schon sehr früh das Institut für Musikermedizin gegründet und so konnte ich Vorträge und Unterricht von Koryphäen in diesem Gebiet genießen. Danach habe ich mich durch zahlreichen  Fachtagungen, Kursen und Ausbildungen intensiv weitergebildet – immer natürlich aus der Position einer ausübenden Musikerin. Ich bin immer noch sehr interessiert daran, was alles passiert, wenn wir üben und musizieren und dieses Wissen versuche ich unseren Studierenden zu vermitteln.
 


Warum ist die Ausprägung eines Körperbewusstseins für Musikstudierende so wichtig?

Es ist für alle Musiker/-innen ebenso wichtig, ihr Körperbewusstsein zu entwickeln, wie sie zum Beispiel ein Bewusstsein für die Intonation entwickeln. Je früher dies geschieht, umso natürlicher und freier kann man musizieren. Auf diese Weise werden die nicht ergonomischen Haltungen und Bewegungen am Instrument erkannt und gemieden.  Es ist von größter Wichtigkeit, dass auch zukünftige Musiklehrer/-innen ein gutes Körperbewusstsein aufbauen und  besitzen und dies auch im Unterricht weitergeben können.
 

Wie ich kennengelernt habe, haben Sie auch schon Pläne für die nächsten 25 Jahre. Verraten Sie uns welche?

Künstlerisch möchte ich das Crossover zwischen der Musik des Mittelalters und der zeitgenössischen Musik, das ich seit einiger Zeit knüpfe, weiter vertiefen. Inzwischen nehme ich auch Kompositionsunterricht bei Professor Claus Kuhnl, der an Dr. Hoch's Konservatorium Frankfurt am Main lehrt, was mich sehr fordert und begeistert. Und ganz privat, da ich eine Tierschützerin bin, mache ich eine Ausbildung in Hundephysiotherapie. Ich schätze, damit werde ich die nächsten fünf Jahren verbringen, dann schaue ich weiter, welche Interessen sich dann entwickelt haben werden.


Vielen Dank für das Gespräch - wir drücken Ihnen die Daumen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!


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